GLASEIGENSCHAFTEN

W. Wolfgang AG

 
 

Floatglas / Gussglas

Floatglas wird als anorganische Schmelze spannungsfrei abgekühlt, danach geschnitten und weiterbearbeitet. Bei Gussglas wird die gewünschte Oberflächenstruktur durch Walzen erreicht.

Geeignete Anwendungen: Float- und Gussglas kann überall dort eingesetzt werden, wo keine Verletzungs- oder Absturzgefahr (unter normalen Bedingungen) besteht.

Bruchverhalten: Bei Bruch entstehen bei beiden Gläsern grosse und kleine, gefährliche schwertartige Glassplitter.

Kontrolle: Keine speziellen Merkmale, Dicke ab 4 mm.

Varianten: Es gibt neben den klaren Glasarten auch eingefärbte Glasprodukte zB in Gelb, Bronce und Grau. Die Eigenschaften verändern sich dadurch nicht.


Einscheiben-Sicherheitsglas (ESG)

Floatglas, teils auch Gussglas wird thermisch vorgespannt, indem die Scheibe auf ca. 650 °C erhitzt und danach mit kalter Luft abgeblasen wird.

Geeignete Anwendungen: ESG besitzt eine hohe Widerstandsfähigkeit beim Aufprall von stumpfen Körpern. Besteht keine Absturzgefahr, kann ESG als Trennwand, Ganzglas-Windfang oder -Türanlage verwendet werden. Seitliche Geländer können in ESG ausgeführt werden, wenn keine Belastungen horizontal, rechtwinklig (z. B. bei Rolltreppen) auf das Glas zu erwarten sind.

Bruchverhalten: Bei Bruch – z. B. durch einen Schlag mit einem harten Gegenstand auf Fläche oder Kante – zerfällt das Glas in kleine stumpfe Krümel und verhindert somit Schnittverletzungen, gibt aber die gesamte verglaste Öffnung frei (sog. Keine Resttragfähigkeit im Bruchfalle).

Kontrolle: Dauerhafte Kennzeichnung durch Stempel, Prüfung mit Polarisationsfilter und Dickenmesser (mindestens 6 mm).

Varianten: Neben ESG gibt es auch TVG. Sog. Teilvorgespanntes Glas hat eine höhere Biegezugfestigkeit gegenüber Float/Gussglas, jedoch ein Bruchbild ähnlich des Floatglases. TVG bietet seine Vorteile vor allem im Verbund als VSG an.


Drahtglas

Drahtglas ist ein gewalztes Flachglas mit einer eingebetteten Netzeinlage.

Geeignete Anwendungen: Gläser mit einer Drahtnetzeinlage können in vertikalen Verglasungen nur über 2,0 m ab Boden (nicht in Sportstätten) eingebaut werden, als Türfüllungen mit höchstens 0,5 m2 Fläche. Bei Dächern müssen Drahtgläser allseitig im Rahmen gehalten werden und die kleine Spannweite muss < 60 cm sein. Sie dürfen nicht begangen oder betreten werden.

Bruchverhalten: Bricht wie Floatglas, jedoch hält das Drahtnetz die Splitter etwas (beschränkt) zusammen. Erhöhtes Verletzungsrisiko durch das Glas und die Drähte.

Kontrolle: Glas mit punktgeschweisster Drahtnetzeinlage.

Varianten: Es gibt sog. Drahtglas, Drahtornamentglas und Drahtspiegelglas. Die Eigenschaften unterscheiden sich nur geringfügig.


Verbund-Sicherheitsglas (VSG)

VSG besteht aus mindestens 2 Einzelscheiben, die mit Folien verbunden sind. Basis ist meist Floatglas, teils auch Gussglas

Geeignete Anwendungen: VSG (ab 8.5mm Dicke) wird dort eingesetzt, wo es als Absturzsicherung dienen muss. Nicht vertikale Verglasungen und Überkopfverglasungen sind grundsätzlich splitterbindend in VSG auszuführen. Bei Isolierverglasungen (IV) sollte die obere Scheibe aus ESG sein (Hagelschlag). Die untere Scheibe muss immer splitterhemmend in VSG ausgeführt werden.

Bruchverhalten: Nach einem Glasbruch bleibt die Öffnung verschlossen. Die Resttragfähigkeit ist gegenüber einer nicht zerbrochenen VSG-Scheibe geringer.

Kontrolle: Mit Dickenmesser (mindestens 8 mm), schriftliche Bestätigung des Herstellers mit Angabe des Glastyps

Varianten: Es gibt diverse Varianten als Verbundglas, so zB VSG aus 2 x TVG, welche für spezielle Anwendungen wie z.B. punktgehaltene Verglasungen die bestmöglichen Voraussetzungen erzielen.

Hinweis zur Statik von VSG: Die statischen Eigenschaften von VSG sind nicht der totalen Glasstärke entsprechend, sondern lediglich (Faustregel) etwa das 1.5-fache des einfachen Glases des Verbundes: d.h. ein VSG 8-2 hat die statischen Eigenschaften, ähnlich einem Floatglas 6mm (4mm x 1.5)


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Eigenschaften verschiedener Glasprodukte (Quelle: bfu)

Beschreibung